Münster, den 27.08.2005

 

Kommentar zu „Politischer Erklärung des Landesvorstandes der WASG“ , Düsseldorf 26. August 2005-08-27

 (http://www.wasg-nrw.de/48+M52f7f136729.0.html)

Kommentar zu „Politischer Erklärung des Landesvorstandes der WASG“ , Düsseldorf 26. August 2005-08-27

 Es kommt mir nicht auf den fehlerhaft überflüssigen Gurgellaut „r“ in der Überschrift an, sondern eher um die Aufdeckung der politischen Erkältung des LV-  NRW.

 „Der besondere Charakter der WASG“

Wie gut, das ein Neugeborenes noch keinen Charakter haben kann. Es fehlen naturgemäß die Prägung und die Sozialisation. Gut deshalb, weil es uns so erspart bisher gezeigten Charakterzüge  bewerten zu müssen. Schon bei nur oberflächlicher Selbstkritik müssten wir konstatieren die Unschuld verloren zu haben. Nach acht Monaten Tragezeit ist das für ein Frühgeborenes durchaus ungewöhnlich.

Was aber auffällt ist der frühzeitige Verlust des Charmes. Die WASG strahlte diesen sowohl nach Innen als auch nach Außen. Der Erfolg bei der Landtagswahl NRW war dadurch zu erklären, dass die WASG tatsächlich Mitglieder hat, die trotz unterschiedlicher Ansätzen sich dennoch  zusammengefunden haben. Der dialektische Prozeß innerhalb der WASG  änderte die einzelnen Mitglieder, stärkte sie und gab ihnen Kraft zur Spontaneität.

 Das machte den Charme aus, den wir ausstrahlten. Das war der Grund warum 180.000 Wähler dem vier Monate alten Baby ihre Stimme gaben.

 Leider kann der LV, weil er erkaltet ist, nur sattsam bekanntes Sprachgeröll unter Punkt 1. und 2. wiedergeben. Er kommt aber immerhin zur der bemerkenswerten Schlussfolgerung, sich einem Zusammenschluß im Schnellverfahren zu verweigern. Aber das ist nichts Neues mehr, vielmehr  fällt diese Schlußfolgerung weit  hinter den Diskussionsstand zurück. Der  Beschluß der GenossInnen aus Hamburg-Mitte, Bezirks Vorstand, widerspiegelt doch schon weitergehende und ausgereiftere Reflexionen. Hätte unser LV sich doch dem Beschluß einfach angeschlossen. Neuer Charme hätte die Partei wieder anziehender werden lassen.

Kann der LV die Wirklichkeit seiner Sprache nicht empfinden? Was sollen drei Seiten Geschriebenes bewirken, für einen einzigen relevanten Satz ? Sprachgeröll ist nur hinderlich, verhindert Selbstkritik, entpuppt sich schnell in der Funktion einer Nebelkerze und entledigt sich so der notwendigen Therapie. Zugegeben die Therapie wäre eine bittere Pille. Nicht geeignet für aufrechte  Personen des Leverkusener Kreises oder der Hamburger Mitglieder. Sie wäre gedacht für Klaus Ernst, Hüseyin Aydin, Georg Fürböck und andere, die schon wieder „Rahmenbedingungen zur Sicherstellung“ des „Prozessverlaufs“ vereinbart haben.

Bei dieser Art der Gewalt verliert das Kind nicht nur den allerletzten Charme – es erstickt.

                                 Hannes Spengler


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zuletzt geändert: 10/01/05