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Von: Edith Bartelmus-Scholich
Datum: Sat, 15 Oct 2005
Betreff: LaVo NRW: Mauern auf der ganzen Linie!

 

Liebe MitstreiterInnen,

auf der heutigen Sitzung des Landesvorstands habe ich beantragt, dass der LaVo der Gründung von zwei Landesarbeitsgemeinschaften zustimmen möge, und zwar der Landesarbeitsgemeinschaft Transparenz & Basisdemokratie sowie der LAG Soziale Bewegungen.

An beiden Landesarbeitsgemeinschaften gibt es großes Interesse aus der Mitgliedschaft. Für die LAG Basisdemokratie & Transparenz liegen ca. 15 Anmeldungen vor; Gerhard Schepper wäre bereit diese LAG zu betreuen.

Die LAG Soziale Bewegungen hatte bereits ein erstes Treffen am 29.9.05, an dem 25 Leute teilnahmen. Einstimmig wurde dort der Beschluss gefasst, diese LAG zu gründen. Durch zwei Wahlkämpfe in Folge war das Anliegen, die Zusammenarbeit mit den sozialen Bewegungen zu stärken, bereits viel zu lange auf Eis gelegt worden. Die LAG Soziale Bewegungen trifft sich wieder am 8.11.05.

Die Zustimmung durch den Landesvorstand ist notwendig, weil unsere Satzung vorsieht, dass die Einrichtung von Landesarbeitsgemeinschaften der Zustimmung des Landesvorstands bedarf. Diese Satzungsregelung hat bis jetzt dazu geführt, dass die Gründung von Landesarbeitsgemeinschaften in der WASG NRW faktisch blockiert wurde. Bis heute gibt es in unserer 3000 Mitglieder starken Landespartei nur drei Landesarbeitsgemeinschaften: Programm & Profil, Frauen und Jugend. Die LAG Frauen gibt es nur, weil die Frauen selbst Fakten geschaffen haben und die LAG gegründet haben. Obwohl bereits am 17.11.04  mehrere Hundert Mitglieder der WASG eine Initiative zur Gründung der LAG Frauen unterschrieben hatten, weigerte sich der Landesvorstand bis zum Februar 05, die Gründung der LAG Frauen anzuerkennen. Auch die Gründung der LAG Jugend kam erst Monate nach den ersten Initiativen zu Stande.

Verhindert wurden bislang vom Landesvorstand Gründungen von Landesarbeitsgemeinschaften zu den Themen MigrantInnen und Wirtschaft. Auch viele andere Initiativen unserer Mitglieder in der WASG aktiv Politik zu machen, wurden blockiert. Ich kenne eine ganze Reihe Leute, die sich wieder von der aktiven Arbeit zurück gezogen haben, weil ihr eigener Landesvorstand ihre Initiativen über Monate so torpediert hat.

Auch heute war es mal wieder so weit. In der Diskussion wurde klar, dass ein Teil der LaVo-Mitglieder, der Meinung ist, es bedürfe keiner Landesarbeitsgemeinschaften Basisdemokratie & Transparenz sowie Soziale Bewegungen. Diese Landesvorstandsmitglieder sind der Meinung, dass es ihre Aufgabe ist zu entscheiden, in welchen Bereichen die Mitglieder politisch aktiv werden sollen und in welchen nicht. Ich halte dies für eine Anmaßung des Landesvorstands und für eine Entmündigung der Mitglieder, die in einem bestimmten Politikfeld mitgestalten wollen. Zudem wird hier deutlich, dass das Bekenntnis, in und mit den sozialen Bewegungen gemeinsam Politik machen zu wollen, das Papier nicht wert ist, worauf es steht. Wenn es darauf ankommt, wird selbst in diesem zentralen Punkt des WASG-Profils der Anspruch nicht in die Praxis umgesetzt.

Auf Antrag von Wolfgang Zimmermann, wurde dann mehrheitlich beschlossen, dass sich zwar jeder treffen dürfe, aber vor einer Entscheidung des Landesparteitags über die Rechte von Landesarbeitsgemeinschaften keine solchen mehr gegründet werden sollten. Günter Blocks brachte den Sinn dieses "Kompromisses" auf den Punkt:"Es kann sich jeder zum Kaffeekränzchen treffen."

Besondere Bedeutung gewinnt der Beschluss des Landesvorstands vor dem Hintergrund, dass die gleiche LaVo-Mehrheit mit Antrag 75 dem Landesparteitag vorschlägt alle satzungsändernden Anträge, die die Mitgliederrechte ausweiten sollen, auf das Frühjahr 06 zu vertagen! Begründet wird dies damit, dass die seit Mai 05 bekannten und im Juni bereits vertagten Anträge nicht gründlich genug diskutiert worden seien.

Aus der Gesamtsicht wird klar, was trotz der Lippenbekenntnisse für mehr innerparteiliche Demokratie immer noch das Interesse der LaVo-Mehrheit ist: Alle Potentiale der Landespartei sollen weiter hin beim Landesvorstand liegen. Der Beteiligung der Mitglieder soll sich in engen Grenzen halten.


Behindert werden soll auf längere Sicht, die Möglichkeit von Initiativen von Mitgliedern, Anträge an Landesparteitage zu stellen, denn dies ist nur einer ordentlichen LAG möglich. Verhindert werden soll zudem, dass sich außer dem LaVo noch ein anderer Zusammenhang zu einem Thema auf der Landesebene zu Wort melden kann. Beschlüsse auch der schon bestehenden Landesarbeitsgemeinschaften werden stets angefeindet und in ihrer Legitimation vom LaVo in Frage gestellt.

Wenn es nach der Mehrheit des LaVo geht, wird dies in der WASG absehbar nie anders werden. Taktik ist, Satzungsänderungen so lange zu vertagen, bis dass sie sich im Zuge der Parteineubildung mit der Linkspartei erledigt haben. Dies bedeutet, dass die WASG in diesen Prozess mit Strukturen geht, die die Möglichkeiten der Mitglieder Einfluss zu nehmen, minimal halten. Schon aus diesem Grund müssen wir nun der LaVo-Mehrheit entschieden entgegen treten.

Wir müssen gemeinsam der Willkür ein Ende setzen: Die LAGs Basisdemokratie & Transparenz und Soziale Bewegungen müssen sich ihre Rechte beim Landesparteitag erkämpfen. Es muss ein für alle Mal klar sein, dass zukünftig der LaVo keine politischen Initiativen für die eine größere Anzahl von Mitgliedern eintritt, blockieren wird. Dazu sind die Satzungsänderungen für mehr Mitgliederrechte nötig. Sie dürfen nicht vertagt werden, sondern müssen beschlossen werden!

Zur Gründung der LAG Basisdemokratie & Transparenz wird in den nächsten Tagen eingeladen. Die Beschlüsse zeigen, ohne geht es einfach nicht!

Mit solidarischen Grüßen

Edith Bartelmus-Scholich
Dampfmühlenweg 37
47799 Krefeld
Tel./Fax: 02151/800854
 


Bei Fragen oder Bemerkungen senden sie bitte eine Mail an nc-fiegema2@netcologne.de
zuletzt geändert: 10/01/05