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      Unsere PositionenPressemitteilungenArchivWASG in der PresseAuf dem Weg
       zu einer neuen Linkspartei

      19.08.05 19:03

      Alter: 1 Tage

      Kategorie: Pressemitteilungen

  

      Die Linkspartei.PDS kann bei der Bundestagswahl in allen Ländern mit ihren

      Kandidatenlisten antreten, auf denen auch Politiker der Wahlalternative

      WASG vertreten sind. Entgegen den vielfältigen Spekulationen ließen die

      Landeswahlausschüsse die Listenvorschläge in allen 16 Bundesländern zu,

      wie die zuständigen Landeswahlleiter mitteilten.

  

      Zuvor war von einigen Juristen bestritten worden, dass die offenen Listen

      der Linkspartei mit den WASG-Kandidaten die Vorgaben des Wahlrechts

      erfüllen. Gegen die Entscheidungen der Ausschüsse sind Beschwerden

      möglich, über die spätestens am kommenden Freitag entschieden werden muss.

      Das Ziel der Linkspartei bei der Bundestagswahl beziffern die führenden

      Politiker von WASG und Linkspartei auf acht bis zehn Prozent. Damit könnte

      das Linksbündnis drittstärkste Kraft werden.

      Linkspartei und WASG wollen ihren Zusammenschluss zu einer gemeinsamen

      Partei nach der für den 18. September angesetzten Bundestagswahl

      beschleunigen. Der Zusammenschluss solle möglichst früher als in den

      bisher geplanten zwei Jahren abgeschlossen sein, kündigten

      Linkspartei-Vorsitzender Lothar Bisky und WASG-Sprecher Klaus Ernst in

      Berlin an. Zuvor soll im kommenden Jahr die WASG als starke Partei im

      Westen aufgebaut werden, damit die Linkspartei dort einen starken Partner

      erhalte, sagte Ernst. "Unser Ziel ist die erste echte gesamtdeutsche

      Partei." Ohne eine starke Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit

      (WASG) im Westen könne man auch keine starke gesamtdeutsche Linkspartei

      aufbauen, begründete Ernst den ersten Schritt. "Sonst besteht die Gefahr,

      dass wir in einem Jahr dort sind, wo wir heute sind: Nur eine starke

      Linkspartei im Osten."

      Die Fusion von Linkspartei und Wahlalternative Arbeit & soziale

      Gerechtigkeit (WASG) soll direkt nach der Bundestagswahl anlaufen. "Wir

      werden den Vorständen beider Parteien vorschlagen, sofort nach der

      Bundestagswahl die konkreten Formen, Arbeitsgruppen und auch die Etappen

      zu vereinbaren, die für einen zügigen Zusammenschluss erforderlich sind",

      sagte der Vorsitzende der Linkspartei.PDS, Lothar Bisky. Die

      Wahlalternative wird auf allen Ebenen - den Kreisen, Ländern und im Bund -

      eine Reihe von Veranstaltungen und Debatten organisieren, um ein klareres

      Bild von den politisch-programmatischen Gemeinsamkeiten, aber auch

      Differenzen zu entwickeln. Das Linksbündnis kann und soll zu einer starken

      Stütze der politischen und sozialen Oppositionsbewegungen werden, zu einer

      Kraft der sozialen und demokratischen Veränderung dieser Gesellschaft. Die

      WASG sieht grundlegende Übereinstimmungen in zentralen Fragen, es gibt

      aber auch reichlichen Diskussions- und Klärungsbedarf.

      WASG-Vorstand Klaus Ernst betonte, die Fusion solle möglichst schnell in

      der angepeilten Zwei-Jahres-Frist gelingen, möglichst bis Ende 2006. "Der

      Schwerpunkt nach der Bundestagswahl wird darin liegen, dass die WASG im

      Westen stark und kräftig aufgebaut wird, so dass tatsächlich ein starker

      Partner für die Linkspartei vorhanden ist." Die Mitglieder beider Parteien

      sollen die Fusion in Urabstimmungen billigen.

      Mit Blick auf die in 2006 anstehenden Landtagswahlen etwa in

      Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Berlin, wo sowohl die Linkspartei

      als auch die WASG einen eigenen Verband haben, sagte Ernst: "Wir haben die

      klare Absicht, nicht mehr gegeneinander anzutreten." Einzelheiten dieser

      Verständigung müssten in den Landesverbänden ausgehandelt werden. Ernst

      und Bisky bekräftigten trotz der Einbußen des Linksbündnisses in den

      jüngsten Wahlumfragen ihr Ziel, als drittstärkste Fraktion in den

      Bundestag einzuziehen. In den Umfragen liegt das Bündnis derzeit zwischen

      acht und elf Prozent.

      Einen Zeitpunkt für die Vereinigung der Parteien konnten Bisky und Ernst

      nicht nennen. "Es gibt noch Unsicherheiten und Unkenntnis auf beiden

      Seiten. Wir müssen die Mitglieder mitnehmen", unterstrich Bisky. Deshalb

      werde es in beiden Parteien vor der Fusion noch eine Urabstimmung unter

      den Mitgliedern geben.

      Die neue Partei wird nach den Worten von Ernst "mehr sein, als die PDS war

      und die WASG heute ist". Mit ihr solle den Wählern eine echte Alternative

      "gegen Rentenkürzungen, gegen Lohndrückerei, gegen soziale Kälte und

      Umverteilung von unten nach oben" geboten werden. "Das ist eine auf

      Langfristigkeit und Dauerhaftigkeit angelegte Kooperation", unterstrich

      Bisky.

      Bisky und Ernst unterzeichneten eine fünfseitige Kooperationsvereinbarung.

      Nach der Wahl sollen paritätisch besetzte Arbeitsgruppen damit beginnen,

      ein gemeinsames Parteiprogramm und ein Statut zu erarbeiten. Den Namen

      Linkspartei wolle man möglichst nicht mehr ändern.

      Die Hoffnungen der Mitglieder wie der Wähler richten sich nach den Worten

      Biskys "auf die gemeinsame Ost und West vereinigende Linkspartei". Deshalb

      gehöre zu der Vereinbarung, dass beide Parteien künftig bei allen

      Landtags- und Kommunalwahlen nicht gegeneinander konkurrierten, betonten

      beide.

      Ernst zeigte sich überzeugt, diesen Grundsatz auch in Berlin umsetzen zu

      können. Hier hat der WASG-Landesverband bereits angekündigt, in Konkurrenz

      zur Linkspartei zur Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2006 anzutreten. "Bis

      dahin läuft noch viel Wasser die Isar runter, sagt man in Bayern", sagte

      Ernst.


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zuletzt geändert: 10/01/05