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Andreas Guhr

Unter ‚sozial’ verstehen wir allgemein, das Wohl anderer im Auge zu behalten. So reden wir in unserem Grundgesetz von der sozialen Marktwirtschaft. Dies soll bedeuten, dass die Wirtschaft zum Wohle des Volkes handelt. Deshalb gibt es unter anderem den Passus ‚Eigentum verpflichtet’.

 Unter Solidarität verstehen wir im allgemeinen, sich für andere einzusetzen. Diese zu unterstützen. So sollen die Starken die Schwächeren stützen. Ausgedrückt wird dies z.B. in unserem derzeitigen Steuersystem – hohe Einkommen werden stärker belastet als niedrigere – oder auch bei den Sozialversicherungssystemen in denen das gleiche Prinzip gilt bzw. gelten sollte.

Die Realität sieht anders aus. Der Starke legt immer mehr Wert darauf, sich nur für sich einzusetzen. Der Staat entzieht sich immer mehr seiner Verantwortung für alle Bürger des Landes. Der Staat überlässt es heute der Marktwirtschaft und dem Einzelnen sich zu versorgen bzw. abzusichern. Die Schwächeren der Gesellschaft sind die Leidtragenden, da sie nicht die notwendigen Ressourcen aufbauen können, ein sorgenfreies Leben aufzubauen. Zu diesen Schwachen unserer Gesellschaft zählen vor allem Kinder, Ältere, Behinderte und zu gering ausgebildete Menschen.

 Betrachten wir weiterhin die Gegenwart, so stellen wir fest, dass die Technisierung unserer Welt in einem enormen Tempo weiterschreiten wird. Dies führt unumstößlich dazu, dass immer weniger Menschen Arbeitsplätze innehaben und viele wiederum nach unserer heutigen Auffassung arbeitslos sind. Dieses führt zwangsläufig zu einer Entsolidarisierung der Gesellschaft und zu sozialem Unfrieden.

 Hier nun versucht der Traum der Interessengemeinschaft Stormarn einen anderen Weg zu beschreiten. Dieser Traum wird momentan heftig diskutiert und ist nicht abschließend.

 Hier nun unser Traum in Kurzform:

 -          Jeder Mensch soll das Recht haben

o        ein Auskommen mit dem Einkommen zu haben

o        am Bildungssystem nach seinen Fähigkeiten teilnehmen zu können

o        in Würde alt werden zu können

o        die Achtung seiner Mitmenschen zu verdienen

o        ein gesundes Leben zu leben

 Um diesen Traum zu verwirklichen, bedarf es grundlegender Änderungen unseres Gesellschaftssystems. Wir müssen bereits heute versuchen die ersten Schritte in neue Strukturen zu gehen, damit Jung und Alt zusammen arbeiten und Leben können. Behinderte nicht ausgegrenzt werden und sich jeder nach seinen Möglichkeiten in die Gesellschaft und für diese einbringen kann. Wir brauchen wieder solidarische Strukturen in denen sich der Starke selbstverständlich für den Schwächeren einsetzt. Es muss aufhören, dass ein Doktortitel mehr zählt als ein Gesellenbrief.

 Eine Welt, in der jeder für jeden da ist. Eine Welt in der technischer Fortschritt allen zugute kommt. Eine Welt in der Werte nicht monetär gemessen werden sondern im Handeln für die Allgemeinheit.

Viele von Euch sagen jetzt, eine schöne Utopie aber nicht realisierbar. Meine Antwort darauf ist: Es war einmal utopisch die Weltmeere unter Wasser zu erobern oder wie ein Vogel durch die Lüfte zu schweben. Genauso utopisch war einst die Idee von der Eroberung des Weltalls. Eine der utopischsten Ideen war die Demokratie. Liebe Freunde, Menschen die daran geglaubt haben Unmögliches möglich machen zu können, haben dies alles bewirkt.

 Lasst uns die ersten Schritte in diesem Projekt gehen,

denn jeder Mensch hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben.


Bei Fragen oder Bemerkungen senden sie bitte eine Mail an nc-fiegema2@netcologne.de
zuletzt geändert: 10/01/05